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Poker School

So erkennen Sie einen Fisch

In diesem Kapitel erfahren Sie:

Typen von Fischen

1) Immer nur mitgehen

Wenn man keinen eigenen Plan hat, ist es das Einfachste, jemanden zu imitieren. Deshalb werden Sie viele Pokernovizen erleben, die bei jedem Einsatz mitgehen, und zwar unabhängig von ihrem Anfangsblatt.

2) Zu niedrige und zu hohe Einsätze

Halten Sie die Augen offen nach solchen Einsätzen, machen Sie sich eine Notiz davon und ziehen Sie später Nutzen daraus. Beispiel: Sie sitzen online in einem 10 $ Sit & Go, als ein Spieler under the gun 1 000 Chips einzahlt, obwohl es nur 10/20 Blinds zu holen gibt. Alle passen und er zeigt Buben. Das ist zwar nicht das einfachste Blatt zu spielen, doch war es wert, 1 000 Chips zu riskieren, um 30 zu stehlen? Wahrscheinlich nicht, ganz besonders weil Sie jetzt wissen, wie Sie diesen Spieler in Zukunft drankriegen können.

3) Der Angeber

Manche Leute können es einfach nicht lassen. Sie zeigen jeden ihrer Bluffs, jeden Pot den sie einheimsen und alle Blätter, die sie gar nicht zeigen müssten. Das sieht sehr nach Fisch aus. Schließlich ist die Basis eines jeden Pokerspiels Information. Warum diese also kostenlos hergeben, wenn man nicht muss?

4) Der Showdown

Der Showdown ist die einzige konkrete Information, die man in einem Pokerspiel erhält. Welche zwei Karten spielte Ihr Gegner? Und wie waren seine Einsätze zu deuten? Man muss nicht einmal selbst mitspielen, um wichtige Informationen wie diese aufzuschnappen. Dies ist der perfekte Zeitpunkt, um sich Ihren Gegnern gegenüber einen Vorsprung zu verschaffen. Gelingt Ihnen das, werden Sie auf lange Sicht gewinnen.

5) Die Plaudertasche

Es ist zwar richtig, dass manche Online-Spieler die Chatfunktion dazu nutzen, um einen falschen Eindruck zu erwecken oder einen Gegner on tilt zu bringen. Doch Sie können Ihren letzten Dollar darauf verwetten, dass jemand, der "nh" (nice hand) oder "wp" (well played) eintippt, wenn jemand Asse zeigt, ein schwacher Spieler ist – egal wie gut gemeint die Nachricht ist.

6) Der Kritiker

Schlechte Spieler versuchen oft, sich in einem guten Licht darzustellen, indem sie alle anderen kritisieren. Tatsache ist aber, dass Sie ja gegen schlechte Spieler antreten möchten und nicht wollen, dass diese schlechten Spieler wissen, dass sie schlecht sind. Anderfalls verlassen sie womöglich den Tisch und nehmen ihr Geld mit – und das möchten Sie ganz sicher nicht!

7) All-in

Schlechte Spieler spielen nicht gerne nach dem Flop weiter, da dies wesentlich mehr Skills erfordert. Halten Sie also Ausschau nach Gegnern, die egal ob vor oder nach dem Flop zwanghaft mit jedem zweiten Blatt all-in gehen, wenn die Blinds noch relativ niedrig sind. Der selektive Einsatz des All-in-Moves kann eine schlagkräftige Waffe sein. Zu viel davon ist Pokerselbstmord.

8) Position

Position spielt beim Pokerspiel eine zentrale Rolle, das Konzept dahinter ist aber für Neueinsteiger nicht unbedingt leicht zu verstehen. Im Prinzip bedeutet das: Halten Sie nach Spielern Ausschau, die under the gun ständig limpen und dann einen Raise callen, nur um bei einem beliebigen Einsatz am Flop zu schieben und zu passen. Achten Sie auf Leute, die den Button nicht nutzen, um zu setzen und die Blinds zu stehlen.

9) Zweikampf

Wenn Sie gegen einen schlechter Spieler heads-up spielen, ist sein Anfängerstatus plötzlich übergroß. Das wird schon bald offenkundig, womöglich weil Ihr Gegner nervös ist oder einfach noch nie in einer derartigen Situation war. Er erhöht kaum, überlässt Ihnen jede Menge kostenlose Karten und setzt nur, wenn er ein erstklassiges Blatt hat. Deshalb: Außer Sie haben ein Monster, können Sie einfach passen und auf eine bessere Position warten.

10) Unwissenheit

Werden Sie nicht ungeduldig mit Ihren Mitspielern, wenn sie laufend grundlegende Fehler begehen. Registrieren Sie es und ziehen Sie Ihre Vorteile daraus. Erinnern Sie sie daran, ihre Blinds zu bezahlen, sagen Sie Ihnen, wie hoch der Mindesteinsatz oder die Mindesterhöhung sein muss und vergessen Sie nicht sie daran zu erinnern, ihren Mantel mitzunehmen, wenn sie Stunden vor ihnen nach Hause gehen.

Sie haben also einen Fisch entdeckt – was nun?

Versuchen Sie keine Bluffs. Ein Fisch geht mit jedem Blatt mit und wenn Sie bluffen, könnte sein Blatt doch wesentlich besser sein als Ihres. Möglicherweise müssen Sie warten, bis Sie ein Blatt treffen ganz nach dem Motto: Gut Ding braucht Weile.

Seien Sie nett zu ihm. Wenn Sie ihm sein ganzes Geld abknöpfen und erwarten, dass er wiederkommt, müssen Sie sichergehen, dass er sich wohl in seiner Haut fühlen. Wie? Seien Sie charmant. So etwas in der Art wie “Wow, du hast wirklich gut gespielt, hattest einfach nur Pech” sollte reichen.

Wenn Sie ein großes Blatt haben, bitten Sie ihn zur Kasse. Sind Sie überzeugt, dass Sie das Gewinnblatt haben, möchten Sie ganz skrupellos möglichst viele Chips aus ihm herausholen. Verschrecken Sie ihn nicht mit einem großen Einsatz, legen Sie aber Ihr Geld auf den Tisch, wenn Sie denken, dass er mitgeht. Schieben Sie aber nicht in der Hoffnung, dass er setzen wird.

Bei einem extrem passiven Spieler stehen die Chancen gut, dass er Ihrem Vorbild folgt: Sie schieben, der Fisch schiebt. Sie zahlen Chips in den Pot, der Fisch tut dasselbe. Und: Wenn Sie den Pot noch nicht in der Tasche haben, lassen Sie ihn nicht mit einem Draw auf ein Gewinnblatt davonkommen. Es gibt nichts Ärgerlicheres, als gegen einen Fisch am River zu verlieren.