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Poker School

Die richtige Einsatzhöhe

Zu wissen, wie hoch Ihr Einsatz sein sollte, ist eine grundlegende Voraussetzung für ein erfolgreiches Spiel. Durch die Wahl des richtigen Betrags gewinnen Sie mehr Blätter und verkraften besser mögliche Verluste. Bei der Bestimmung der Einsatzhöhe sind jedoch zahlreiche Faktoren zu berücksichtigen.

Ein Fehler bei der Wahl der Einsatzhohe kann Sie teuer zu stehen kommen. Diese hängt im Prinzip von Ihrer Position am Tisch, Ihren Karten und den Karten am Flop ab.

Zuallererst sei gesagt, dass ein Einsatz in Standardhöhe vor dem Flop (normalerweise sollte ein Einsatz pre-flop das Dreifache des Big Blinds betragen) eine gefährliche Taktik sein kann, da es nur ein paar Caller bedarf, um den Pot so stark anwachsen zu lassen, dass wesentlich mehr Spieler um ihn kämpfen möchten. Außerdem können Sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht einschätzen, welche Art von Blätter Ihre Gegner haben, da alle wegen des großen Pots setzen und nicht wegen ihrer Blattstärke.

Das bedeutet, Sie sollten aggressiver setzen, um Spieler mit guten Blättern abzuschrecken. Durch einen höheren Einsatz wird auch die Stärke der Blätter der anderen Spieler für Sie leichter einschätzbar, da nur diejenigen mit wirklich guten Blättern im Spiel bleiben werden. Wenn Sie einen hohen Einsatz leisten, bedeutet das natürlich, dass alle, die im Blatt bleiben möchten, ihren Einsatz ebenfalls erhöhen müssen, weshalb die Pot-Größe dramatisch anwachsen wird. Nutzen Sie das zu Ihrem Vorteil.

Zeit, dass wir uns die zwei wichtigsten Setz-Taktiken im Detail ansehen:

Value Betting

Sie haben also ein gutes Blatt. Aber ist es gut genug? In diesem Kapitel erfahren Sie, wie Sie feststellen können, ob Ihre Karten einen weiteren Einsatz wert sind.

Draw-Blätter und Gewinnblätter

Beim Pokern gibt es nur zwei Arten von Blättern – Gewinnblätter und Draw-Blätter. Unabhängig von Ihren Karten ist jedes Blatt, das nicht das beste Blatt ist, streng genommen ein Draw (da Sie hoffen, dass es sich im Laufe des Spiels zum besten Blatt entwickelt).

Wenn Ihr Blatt also kein (oder noch kein) Gewinnblatt ist, müssen Sie entscheiden, ob es sich lohnt, dem Draw nachzujagen, und wenn ja, wie Sie setzen werden. Dafür sind zwei Faktoren entscheidend:

  1. Wie viele Outs haben Sie, um das wahrscheinliche Gewinnblatt zu bilden?
  2. Wie groß ist der Pot oder – noch besser – wie groß wird er sein?

Außerdem müssen Sie einschätzen, was Ihre Gegner auf der Hand haben oder haben könnten. Dadurch erhalten Sie die so genannten Reverse Implied Odds – die Wahrscheinlichkeit, dass die Karte, die Ihr Blatt vervollständigt, Ihrem Gegner ein besseres Blatt bringt.

Berechnen Ihrer Outs

Lassen Sie uns anhand dieser Beispiele zeigen, wie das funktioniert.

Blattbeispiel Nr. 1

Flop: B♥ 9♥ 2♣
Ihr Blatt: D♦ 10♠

In diesem Blatt spielt sich nicht allzu viel ab. Der pre-flop Raiser gibt sich aggressiv, weshalb Sie annehmen, dass er ein Overpair hat. Zwei andere Spieler haben seinen Einsatz und Raise gecallt, sie könnten also einen Flush Draw haben.

Wie berechnen Sie also in diesem Fall Ihre Outs? Von den acht Karten, mit denen Sie die Straße bilden könnten, bringen Ihnen drei nichts (beliebige zwei, die das Flush des Callers vervollständigen würden und die Overcard, die das Set des Raisers bilden könnte). Deshalb bleiben Ihnen insgesamt fünf Outs.

Blattbeispiel Nr. 2

Flop: B♣ 6♦ 5♣
Ihr Blatt: A♣ K♣

Hier haben wir neun saubere Outs (neun Treff) und zwei Overcards, also noch sechs weitere Outs. Wenn ein Ass oder ein König kommt, sollte das reichen, um den Pot zu gewinnen.

Wenn aber zwei Spieler Ihren Button Raise callen, könnten sie K-B oder A-B haben. Einer von ihnen könnte beim Flop sogar ein Set erhalten haben.

Da die Overcards zweifelhaft sind, lautet eine gute Faustregel, die Anzahl der Outs zu halbieren. Das wären also dann drei Outs statt sechs – 12 Outs insgesamt.

Wie Sie sehen, ist das Zählen der Outs keine exakte Wissenschaft, aber die beste Methode, um festzustellen, ob Sie ein Blatt weiterspielen sollten oder nicht. Wir würden sagen, mit acht oder mehr Outs können Sie am Flop kräftig setzen. Ihr Blatt ist stark genug, um bis zum River zu gehen. Wenn Sie in einer vorteilhaften Position spielen, sollten Sie alles unternehmen, um am Turn eine kostenlose Karte zu erhalten.

Wie groß ist der Pot?

Nachdem Sie jetzt Ihre Outs kennen, müssen Sie die Pot Odds bestimmen. Vergessen Sie nicht: Wir beachten nicht, wie groß der Pot ist, sondern wie groß er sein wird. Deshalb lautet die Frage: Werden Ihre Gegner weiterhin Chips in den Pot legen? Wird der Spieler, der Sie am Flop callt, dasselbe am Turn tun (vor allem wenn Sie Ihr Blatt getroffen haben)?

Wenn die Pot Odds gut aussehen, sollten Sie spielen. Wenn nicht, würde Sie das Geld kosten. Vergessen Sie dabei aber nie die Reverse Implied Odds.

Blattbeispiel Nr. 3

Sie haben vor dem Flop erhöht und vier Spieler callen. Deshalb entscheiden Sie sich, im Big Blind zu callen.

Ihr Blatt: 8♥ 9♥
Flop: 10♥ B♣ 4♠

Sie haben zwar soeben einen open-ended Straight Draw gefloppt, aber freuen Sie sich nicht zu früh. Wenn der pre-flop Raiser A-K hat (was nicht unwahrscheinlich ist), wäre eine Dame schlecht für Sie. Spielen Sie also das Blatt, als ob Sie nur vier Outs hätten.

Der Value ist relativ

Zweitbeste Blätter sind oft teuer. Achten Sie deshalb darauf, dass, wenn Sie Ihre Overcard erhalten, niemand zwei Paare hat, oder wenn Sie zwei Paare erhalten, niemand sonst eine Straße trifft und so weiter.

Es besteht außerdem die Möglichkeit, dass andere Draws in den kommenden Straßen höher sind (wenn Sets zu Full Houses und Flushes zu größeren Flushes werden). Deshalb: Wenn Ihr Blatt stark genug aussieht, sollten Sie sich gleich zu einem Move entschließen – oder abwarten und möglicherweise Ihren Vorsprung einbüßen.

Spielstil am Tisch

Vieles hängt vom Spielstil an Ihrem Tisch ab. Hier ein paar Beispiele:

  • Wie loose oder tight ist der Tisch nach dem Flop?
    Je tighter Ihr Tisch ist, desto vorsichtiger müssen Sie beim Chasing (Verfolgen von Draw-Blättern) sein und umgekehrt.
  • Wie passiv oder aggressiv ist der Tisch nach dem Flop?
    Ein aggressiver Tisch macht das Chasing teuer. An einem passiven Tisch erleben Sie weniger Re-raises und erhalten mehr kostenlose Karten.
  • Wenn Sie chasen und es läuft schief, können Sie bluffen?
    Natürlich können Sie das – doch bluffen Sie nur keine schlechten Spieler oder Spieler, die nicht geblufft werden können. Stellen Sie sicher, dass der Bluff sinnvoll ist. Doch wenn Sie bluffen und erwischt werden, zeigen Sie Ihr Blatt – es ist gute Eigenwerbung.

Wenn Sie chasen, ist es normalerweise sinnvoll aggressiv zu spielen. Wenn Sie ohnehin callen möchten, warum nicht gleich erhöhen? Ein Semi-Bluff ist ein recht starker Spielzug und kann zahlreiche Gegner einschüchtern.

Wann ist ein Value Call angesagt?

Wir wissen, mitgehen ist hart. Während Sie an Ihrer Selbstsicherheit als Pokerspieler arbeiten, ist das Letzte, was Sie möchten, ein direkter Zweikampf, den Sie verlieren.

Aber tatsächlich ist dies genau das, was Sie tun sollten. Wenn Spieler wissen, dass Sie bereit sind, marginale Karten zu spielen, zahlen sie ihnen mehr, wenn Sie tatsächlich ein Blatt haben.

Am wichtigsten ist, dass Ihr Einsatz auf den Spielstil und die in dieser Situation verwendete Blatt-Range Ihres Gegners abgestimmt ist. Wenn er bereit ist, mit Ass High oder Fourth Pair (dem viertbesten Paar, das mit den Gemeinschaftskarten gebildet werden kann) zu setzen, können Sie sich ausmalen, womit Sie es zu tun haben. Normalerweise gilt: Je aggressiver der Einsatz, desto eher sollten Sie callen. Und wenn Sie guten Grund haben anzunehmen, dass Ihr Gegner blufft, und die Pot Odds passen, sollten Sie unbedingt callen.

Blattbeispiel

Sie sind in einem Heads-up-Spiel am Flop, der 9♠ 7♠ 4♣ bringt. Ihr Gegner setzt 4 $ und Sie callen mit 5♠ 6♠. Auf dem Turn kommt 5♦ und Sie beide schieben. Der River bringt D♥ und Ihr Gegner setzt 8 $.

Im Pot liegen jetzt 68 $ und für einen Call sind 16 $ nötig. Also, selbst wenn die Chance, dass Sie das beste Blatt haben, 1 : 3 steht, ist ein Call hier die korrekte Entscheidung.

Continuation betting